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Ernährung
Ernährung von Phelsumen
Bei der Haltung von Terrarientieren stellt die richtige Versorgung mit adäquaten Futtermitteln und die Auswahl geeigneter Vitamin- und Mineralstoffpräparate einen der Hauptfaktoren dar. Eine zu monotone Futterversorgung und/oder unzureichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung können über längere Zeit zu Mangelerscheinungen wie z. B. Rachitis (Knochenerweichung als Folge von Vitamin D3 Mangel) und im Extremfall sogar zum Verlust eines Tieres führen. Phelsumen ernähren sich in erster Linie von Insekten und Wirbellosen. Als hauptsächliche Baumbewohner gehen sie aber auch gerne an die Blütenstände und Früchte von Tropenpflanzen um z.B. süßen Pollen oder Blütennektar aufzulecken.
 
Futtertiere

HeimchenDas Hauptfutter für Phelsumen stellen die im Terraristikhandel angebotenen Futtertiere aus kommerziellen Futtertierzuchten, wobei hier der Hauptanteil aus verschieden großen Heimchen- und Grillenarten besteht. Zusätzlich bieten wir ihnen noch diverse Fliegenarten und Wachsmottenlarven an. Um den Tieren eine möglichst abwechslungsreiche Ernährung zu bieten wird in der warmen Jahreszeit der Speiseplan um, auf unbelasteten Feldern gekeschertes, "Wiesenplankton" erweitert.

Verwendet man die o.a. Futtertiere aus dem Terraristikhandel sollte man diese vor dem Verfüttern erst noch einige Tage mit geeignetem pflanzlichem Futter aufwerten, da man nie weiß wie lange sie bereits ohne Futter und Flüsigkeitszufuhr auskommen mußten, und einen dementsprechend geringen Nährwert für unsere Phelsumen darstellen. Auch nehmen die Phelsumen durch den Mageninhalt der Futterinsekten einen Großteil der von ihnen benötigten pfanzlichen Nährstoffe indirekt auf.

 
Futterspektrum für Phelsumen
Tierische Kost (Auswahl)Pflanzliche Kost (Auswahl)
Ameisen/eierBaby-Früchtebrei
Bienen (Drohnen)Blütenpollen
Diverse FliegenartenVollreifes Obst (Bananen, Birnen, Mangos, Pfirsich, etc. )
GrillenFruchtjoghurts (Pfirsich/Maracuja)
HeimchenHonig
Heuschrecken 
Hummeln 
Käfer (weichschalige) 
Kellerasseln 
Libellen/larven 
Mücken/larven 
Ofenfischchen 
Schaben/Kakerlaken 
Schmetterlinge und ihre Raupen 
Schnaken 
Schnecken 
Spinnen 
Springschwänze 
Wespen 
Wiesenplankton allgemein 
 
Vitamine und Mineralstoffe

Calcicare 40+Wie bereits erwähnt ist die optimale Vitamin- und Mineralstoffversorgung der Tiere ein Hauptfaktor für eine erfolgreiche Phelsumenhaltung. Um einer möglichen  Vitaminunterversorgung (Hypovitaminose) vorzubeugen sollten grundsätzlich sämtliche Futtertiere vor der Verfütterung mit einem der oben genannten Vitamin- und Mineralstoffpräparaten bestäubt werden. Ein oftmals erwähnter Vitaminschock (Hypervitaminose) infolge einer zu hohen Vitamingabe ist mir persönlich bisher noch nie vorgekommen.

Bewährt hat sich hier besonders das Vitamin- und Mineralstoffpräparat Calcicare 40+ von holländischen Futtermittelhersteller Witte Molen. Im Terraristikfachhandel gibt es aber noch eine ganze Reihe weiterer Mittel welche ich hier auch noch kurz erwähnen möchte. Zu nennen sind hier z.B. Korvimin ZVT, Korvimin+Reptil, Nekton Rep und Nekton Rep Color.

Ich fange die Futtertiere immer mit der Pinzette und bestäube sie indem ich sie direkt in das Vitaminpräparat eintauche. Um zu verhindern das die Futtertiere das Mittel wieder abschütteln kann man versuchen sie den Phelsumen per Pinzette anzubieten. Ausserdem kann man so die Nahrungsaufnahme jedes einzelnen Tieres besser kontrollieren. Nehmen z.B. sehr scheue Tiere das Futter von der Pinzette nicht an oder man hat z.B. zu viele Tiere zu pflegen dann kann mann die Futterinsekten auch in einem hohen durchsichtigen Behälter den Phelsumen anbieten. Sie lernen sehr schnell wie sie am besten an das Futter rankommen.

 

 
Futtermenge und Häufigkeit

Die hier beschriebenen  Futtermengen und -häufigkeiten stellen unsere persönlichen Erfahungen dar und sollten nur als Anregung gewertet werden. Da jede Art, ja evtl. sogar jedes Tier individuelle Vorlieben haben kann sollte jeder Halter seine Tiere gut beobachten und seine eigene Strategie entwickeln um für seine Pfleglinge ein optimales Ernährungsprofil zu entwickeln.

Bei uns wird ausgewachsenen Tieren 2-3 mal die Woche mit Vitamin- und Mineralstoffpräparaten bestäubtes Futter angeboten. Alle 3-4 Wochen gibt es als Leckerchen mit Calcicare 40+ oder einem ähnlichen Präparat angereicherten Fruchtbrei. Alle 6 Wochen wird eine Fastenwoche eingeschoben. Trächtige Weibchen bekommen in der Reproduktionsphase zusätzliche zerstossene Sepiaschale oder Eierschalen angeboten bzw. das Futter wird zusätzlich mit einem Kalziumlactat-Präparat bestäubt.

Jungtiere sollten sprichwörtlich im Futter stehen und bekommen daher täglich frisches, gepulvertes Futter. Bei der Auswahl der Futtertiere kann man in der Regel alles anbieten was die Tiere problemlos bewältigen können. Es ist manchmal wirklich erstaunlich welche großen Futtertiere unsere Phelsumen herunterkriegen.

 
Wasserversorgung und Feuchtigkeit

Als Regenwaldbewohner sind die meisten Phelsumenarten an eine hohe Luftfeuchtigkeit, und daran daß ihnen stets frisches Trinkwasser zur Verfügung steht, gewöhnt. Diesem Bedürfniss begegnet man am Besten indem man die Terrarieneinrichtung täglich 2-3 mal mit temperiertem Wasser besprüht. Hierdurch und durch die Verwendung geeignter Pflanzen und eines wasserspeichernden Bodensubstrats wird die Luftfeuchtigkeit im Behälter auf das benötigte Niveau angehoben.

Zusätzlich sollte den feuchtigkeitsliebenden Tieren stets eine Trinkmöglichkeit mit frischem Wasser zur Verfügung stehen. Die meisten Tiere allerdings lecken das Waser am liebsten von der Einrichtung und gehen nur äußerst selten an die Wasserschale.