wws-phelsuma

Anschaffung
Erwerb

Bei der Anschaffung von Phelsumen sollte man versuchen Nachzuchten von erfahrenen Züchtern zu erwerben. Hier bekommt man aus erster Hand wichtige Informationen und Antworten auf spezifische Fragen und Probleme zu den Tieren und ihren Haltungbedingungen. Die meisten Phelsumenarten werden inzwischen in ausreichender Menge von privaten Liebhabern nachgezogen und sind zu einem angemessenen Preis verfügbar. Hinzu kommt noch das diese Tiere bereits an ein Leben im Terrarium gewöhnt sind und somit kaum Probleme bei der Eingewöhnung verursachen.

Vom Kauf von Wildfängen sollte man aus Artenschutzgründen generell absehen, um dadurch die schon sehr strapazierten Wildbestände im Usprungsgebiet zu schonen. Hinzu kommt noch daß diese Tiere oftmals von Parasiten und Krankheitsträgern befallen und somit nur mit einem erheblichen Zeit- und Kostenaufwand wieder gesund zu pflegen sind. Auch sind manche Wildfänge oftmals sehr scheu und nur mit viel Wissen und Erfahrung an ein Leben im Terrarium zu gewöhnen. Die Enttäuschung ist dann groß wenn man das gewünschte Tier dann gar nicht oder nur sehr selten zu Gesicht bekommt.

 
Transport

StyroporkisteDer Transport von Phelsumen stellt immer eine enorme stressliche Belastung für die Tiere dar und darum sollten sie so wenig wie möglich davon mitbekommen. Junge Phelsumen können leicht in Heimchendosen transportiert werden in welche von innen nach aussen Lüftungslöcher gestoßen wurden um keine scharfen Kanten zu erzeugen. Diese Heimchendosen packt man nun in Styroporboxen um eine gleichmäßige Temperatur während des Transports garantieren zu können. Die Dunkelheit in den Boxen hat eine beruhigende Wirkung auf die Tiere, und in der kalten Jahreszeit kann man zusätzlich noch ein Wärmkissen hineinlegen. Um die Stressbelastung auf ein Minimum zu beschränken sollte man nun auf dem direkten Weg zum Zielort fahren um das bzw. die Tier/e aus ihren beengten Transportbehältnissen zu befreien, und nun in geeignete Quarantänebecken setzen zu können.

 
Quarantäne

Hat man nun endlich das passende Tier erwerben können sind umfangreiche Quarantänemaßnahmen zum Schutz vor einer möglichen Einschleppung von Parasiten und Krankheitserregern in einen bereits bestehenden Tierbestand nötig. Die Quarantäne sollte für einen Zeitraum von min. 6-8 Wochen in einem zweckmäßig eingerichteten und leicht zu desinfizierenden Quarantäneterrarium durchgeführt werden. Für dieses Quarantäneterrarium sind separate Futter- und Reinigungsutensilien zu verwenden. Die Einrichtung sollte so einfach wiemöglich gehalten werden. Auf einen speziellen Bodengrund kann hier verzichtet werden und stattdessen aus hygienischen Gründen einfaches Küchenpapier verwandet werden. Während der Quarantänezeit sollten im Abstand von 2-3 Wochen min. 3 Kotproben an ein parasitologisches Institut zur Untersuchung auf Krankheitserreger geschickt werden.

Wird nur ein einzelnenes Tier gehalten könnte man theoretisch auch auf diese Maßnahmen verzichten, aber sollte das betreffende Tier nun wirklich erkrankt sein wird später unter Umständen eine komplette Desinfektion und anschliessende Neueinrichtung des Terrariums nötig.

 
Eingewöhnung

Nach Ende der Quarantänezeit und einem negativen Befund der Untersuchungsergebnisse kann das Tier nun endlich in sein zukünftiges Terrarium einziehen bzw. mit anderen Tieren vergesellschaftet werden. Während der Eingewöhnungzeit sollte man die Tiere genau beobachten um sicher zu sein das kein Tier unterdrückt wird und alle Terrarienbewohner trinken und fressen.

Wird ein Weibchen zu einem Mänchen gesetzt kann es in der ersten Zeit zu einer Unterdrückung des Tieres durch das Mänchen kommen. Eine Umgestalten der Terrarieneinrichtung, sodaß die Tiere neue Reviere ausbilden müssen, kann hier evtl. Abhilfe schaffen. Ein Vergesellschaften von einem Mänchen mit einem Weibchen, welches sich schon ein Revier bilden konnte, ist meist problemlos möglich.  Aber auch hier gilt: Ein Patentrezept zum Vergesellschaften von Phelsumen gibt es nicht!